Etomidat


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Hypnotika Grundlagen
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Barbiturate
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Benzodiazepine & Flumazenil
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Etomidat
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Propofol
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PRIS – Propofolinfusionssyndrom
3:36
Ketamin
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Dexmedetomidin
1:17
GHB – γ-Hydroxybuttersäure
2:25

Das Etomidat ist ein carboxyliertes Imidazolderivat.
Es ist in einer Lipidemulsion mit ca. 10% Sojaöl-Anteil gelöst. Seine Wirkung erzielt es am GABA-Rezeptor in der Formatio reticularis.
Der Abbau erfolgt sowohl hepatisch als auch durch plasmaständige Esterasen, die Ausscheidung inaktiver Metabolite vor allem renal. Seine Wirkung erreicht es schnell innerhalb von 10 sec, die Wirkdauer liegt bei 3-5 min durch eine rasche Umverteilung.
Der Vorteil des Etomidat ist die rasche Hypnose ohne wesentliche kardiovaskuläre Nebenwirkungen sowie der Luxusperfusion der Koronarien. Deshalb ist es das Mittel der 1. Wahl bei Patienten mit einer KHK bzw. bei Z.n. akutem Koronarsyndrom und Kreislaufinstabilen. Allerdings hemmt das Etomidat konzentrationsabhängig die Cortisolsynthese. Diese Hemmung ist reversibel und hält bis zu 24 Stunden an. Diskutiert wird eine verstärkte Wundheilungsstörung und die Resistenz gegen Infektionen. Daher ist Etomidat nicht zur Langzeitanwendung geeignet. Die Indikation besteht daher ausschließlich zur Narkoseeinleitung bei kreislaufinstabilen Patienten, bei Patienten mit einer KHK und für kurze schmerzarme Eingriffe, wie beispielsweise der Kardioversion. Kontraindikationen sind eine Soja- und Erdnussallergie und Säuglinge unter 6 Monaten. Es wird aktuell kontrovers diskutiert, ob das vorhandene raffinierte Sojaöl überhaupt Allergien auslösen kann. Ich persönlich würde dennoch kein Risiko eingehen wollen und auf Alternativen wie Midazolam oder Thiopental zurückgreifen.Typische Nebenwirkungen sind die bereits genannte Hemmung der Cortisolsynthese, der Injektionsschmerz, Übelkeit und Erbrechen in ca 30 %, und Myoklonien mit einem Trismus, also einer Kieferklemme, so dass manchmal die Mundöffnung klein und die Intubation erschwert ist.
Zusammenfassend ist das Etomidat ein schnelles Einleitungsmittel bei Patienten mit kardialen Vorerkrankungen, da die sogenannte Luxusperfusion der Koronarien und nahezu keine kardiovaskulären NW auftreten. Es hemmt aber die Cortisolsynthese und ist daher nicht zur Langzeitbehandlung zugelassen. Weiterhin kann es einen Trismus auslösen und somit die Intubation erschweren.

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