Einflussfaktoren + prognostischer Nutzen des NT-proBNP`s


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NT-proBNP
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Einflussfaktoren + prognostischer Nutzen des NT-proBNP`s
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Im Folgenden wollen wir die wichtigsten Einflussfaktoren auf das NT-proBNP kurz beleuchten.
Ist ein Patient adipös, hat also einen sehr hohen BMI, so fallen die NT-proBNP-Messwerte geringer aus.
Hierfür gibt es sogar die Empfehlung, bei Patienten mit einem BMI von > 30 kg/m², die Cut-Off-Werte um 50% zu senken.
Besteht eine Medikation mit ACE-Inhibitoren oder Diuretika, ist ebenfalls mit erniedrigten Werten zu rechnen, da beide Medikamentengruppen zu einer vermehrten Diurese bzw. Blutdrucksenkung beitragen.
Betablocker wiederum erhöhen die Messwerte.
Wie bereits zu Beginn dieses Videos angerissen, ist bei einer arteriellen Hypertonie von einem erhöhten Spiegel des NT-proBNPs auszugehen.
Liegt eine Hyperthyreose vor, so steigert dies ebenfalls die NT-proBNP-Konzentration, da auch hier von einer Hypertonie ausgegangen werden kann.
Für eine Erkrankung an Diabetes mellitus sind ebenfalls erhöhte NT-proBNP-Werte beschrieben. Generell ist bekannt, dass Diabetes ein kardiovaskulärer Risikofaktor ist und somit ist es nicht verwunderlich, dass bei einem Diabetes auch erhöhte NT-proBNP-Werte gefunden werden. Der Mechanismus ist dabei noch nicht wirklich verstanden.
Das NT-proBNP kann neben der Diagnostik auch als prognostischer Marker eingesetzt werden.
Allgemein kann das NT-proBNP als Prädiktor des globalen kardiovaskulären Risikos angesehen werden. Es korreliert mit dem Schweregrad einer Herzinsuffizienz, der linksventrikulären Ejektionsfraktion sowie auch Erkrankungen wie Vorhofflimmern oder Diabetes mellitus.
Auch beim akuten Koronarsyndrom kann das NT-proBNP als prognostischer Marker eingesetzt werden.
Vor allem bei Diabetespatienten konnte gezeigt werden, dass mithilfe des NT-proBNPs die Patienten identifiziert werden konnten, bei denen man mit einer frühzeitigen Therapie eine Herzinsuffizienz sogar verhindern konnte. Weiteren prognostischen Nutzen konnte man auch für Krankheitsbilder wie Sepsis, Schlaganfall, HIV oder rheumatologische Erkrankungen zeigen. Hierbei ist die Verwendung aber bei weitem noch nicht so klar, wie im Bereich der Herzinsuffizienz und Differentialdiagnostik der akuten Dyspnoe.
Bezüglich der prognostischen Wertigkeit ist anzumerken, dass die meisten Studien ohne die eGFR-gebundene Korrektur erfolgt sind. Man sollte also je nach Prognosemodell den korrigierten oder nicht korrigierten Wert verwenden.

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