Tetanus – Grundlagen


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Tetanus – Grundlagen
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Bereits in der Antike beschrieb der Arzt Hippokrates das sogenannte Tetanus-Triadenschema, das aus einer Wunde, Kieferkrämpfen und dem tödlichen Verlauf bestand.

Heute gilt die Trias: Trismus, also fehlende Kieferöffnung, Risus sardonicus oder auch Teufelsgrinsen und Opisthotonus, also ein Krampf der Streckmuskulatur des Halses und des Rückens.

Tetanus, auch bekannt als Wundstarrkrampf, ist eine akute Infektionskrankheit, die häufig lebensbedrohlich ist. Sie beeinträchtigt die Nervenzellen, die die Muskeln steuern.

Die widerstandsfähigen Sporen dieses Bakteriums Clostridium tetani kommen praktisch überall vor, selbst im Straßenstaub oder in der Gartenerde. Wenn sie nicht gerade gehäuft Sonnenlicht ausgesetzt sind, können diese im Erdreich jahrelang überleben.

Die Erreger gelangen über Wunden in unseren Körper. Eine direkte Ansteckung von Mensch zu Mensch gibt es nicht.

Diese Bakterien produzieren das Exotoxin Tetanolysin.

Tetanolysin zeigt hämolysierende und kardiotoxische Eigenschaften, jedoch spielt es für die charakteristischen Symptome der Krankheit eine untergeordnete Rolle.
Der Schwerpunkt liegt vielmehr auf dem Tetanospasmin. Auch dies ist ein Exotoxin. Es wird zum einen aktiv von den Bakterien sezerniert, aber auch bei der Lyse dieser Bakterien freigesetzt.

Durch periphere Nervenbahnen gelangt das Gift in das Zentralnervensystem. Die Toxine breiten sich etwa 5 mm pro Stunde in Richtung Zentralnervensystem aus.

Dort beeinflusst es SNARE-Proteine, die für die Freisetzung der Neurotransmitter (Glycin und GABA) im Vorderhorn des Rückenmarks notwendig sind.

Einfach ausgedrückt führt dies zu einem Ausfall der synaptischen Hemmung und damit zur unkontrollierten Aktivierung der Alpha-Motoneuronen. Das verursacht tonische, also anhaltende, sowie klonische, also ruckartige Verkrampfungen der quergestreiften Muskulatur.

Es kommt zum Wundstarkrampf und der typischen Trias. Typisch ist der Risus sardonicus. Die mimische Muskulatur kontrahiert sich vor allem im Bereich der Mundwinkel. Dieses Symptom tritt schnell ein, da die motorischen Nerven im Gehirnstamm kurz sind. Das heißt, die Hirnnerven reagieren sehr frühzeitig, als andere motorische Fasern.

Nun stellt sich die Frage, wie man das Toxin wieder aus dem Körper bekommt.
Leider kann man an Neuronen gebundene Tetanustoxine nicht entfernen. Jedoch existiert Tetanus-Immunglobulin. Dieses kann nicht gebundenes Toxin binden und somit aus dem Körper schleusen.

Das Krankheitsbild ist sehr schockierend. Es wird sogar beschrieben, dass durch gleichzeitige Spasmen der Flexoren und Extensoren im Bereich der Wirbelsäule Frakturen entstehen können. Das Schlimmste dabei: Das Bewusstsein bleibt komplett erhalten.

Zum Glück gibt es einen Impfstoff. Dazu mehr im nächsten Video.

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