Streptococcus pyogenes – Erysipel, Phlegmone, Fasziitis


Streptokokken – Einteilung
2:49
Weichteilinfektionen – Kardinalsymptome
2:21
Abszess
2:55
Streptococcus pyogenes – Erysipel, Phlegmone, Fasziitis
3:34
Bakterien – Staphylokokken
3:16

Dieses Video befasst sich mit dem Erreger „Streptococcus pyogenes“.

Die A-Gruppe der β-hämolysierenden Streptokokken:
Eine Untergruppe der β-hämolysierenden Streptokokken sind A-Streptokokken.
Die β-hämolysierenden Streptokokken der Gruppe A, in unserem Fall Streptococcus Pyogenes, zählen zu den häufigsten Erregern des Erysipels, der Phlegmone und der nekrotisierenden Fasziitis.

Das Erysipel ist auch bekannt als Wundrose oder Rotlauf.
Es ist eine vor allem akute und entzündliche Infektion des Koriums.
Die Streptokokken dringen durch kleine Hautläsionen in den Körper ein und vermehren sich in den Lymphgefäßen des Koriums. Anschließend breiten sie sich mit dem Lymphstrom von distal nach proximal aus.
Wie stellt sich das Ganze nun klinisch dar?
Von der Eintrittspforte des Erregers ausgehend, entsteht eine ödematöse, zungenförmige, scharf begrenzte Rötung.
Das Wort „begrenzt“ ist hier wichtig, da die Phlegmone beispielsweise nicht scharf begrenzt ist. Dazu kommt eine lokale Überwärmung. Die Patienten haben initial häufig Schüttelfrost bzw. hohes Fieber.
Da die Vermehrung in den Lymphgefäßen stattfindet, sind auch die regionären Lymphknoten schmerzhaft geschwollen.
Häufig betroffen sind der Unterschenkel und auch Gesichtspartien oder der Genitalbereich.

Eine Komplikation, die sich aus dem Erysipel entwickeln kann, ist die Entzündung tieferer Gewebeschichten, was man dann als phlegmonös  bezeichnet. Auch eine bakt. Endokarditis kann die Folge sein.
Als Phlegmone bezeichnet man hingegen eine diffuse eitrige Entzündung im interstitiellen Raum des Bindegewebes. Der Erreger breitet sich bei einer Verletzung per continuatem aus.
Eine Phlegmone ist also kutan bzw. subkutan lokalisiert und geht auch mit den klassischen lokalen Entzündungszeichen einher. Die Infektion führt später zu einer eitrigen Einschmelzung von Gewebe und dies führt im schlimmsten Fall zu Nekrosen.
Das Signalwort lautet hier „diffus“.

Eine mögliche Komplikation dieser Phlegmone wäre die nekrotisierende Fasziitis.
Wie der Name schon sagt, sind hier auch Faszien mit betroffen.
Wichtig ist, dass Phlegmonen und die nekr. Fasziitis ohne vorherrschendes Erysipel entstehen können. Es gibt verschiedene andere Erreger, die diese Krankheitsbilder auslösen können.
Anhand der Klinik ist das typische Erysipel eine Blickdiagnose. Man kann einen Erregernachweis mittels Abstrich nutzen und im Labor sind für gewöhnlich BSG und CRP erhöht.
Therapeutisch ist Penicillin G empfohlen. Dies wird i.m. bzw. i.v. appliziert. Anschließend kann Penicillin V oral gegeben werden. Als Merkhilfe dienen hier falscher Freunde. "G" für  Gaster und "V" für Vene treffen hier nicht zu.

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