Vorschau Notfallmedizin


Sprunggelenk – Grundlagen der Anatomie
1:42
Sprunggelenksfraktur – Einteilung
4:24
Sprunggelenksfraktur – Klinik und Therapie
3:25
Sprunggelenksfraktur – Zusammenfassung
4:24
Die Einteilung des akuten Koronarsyndroms im Rahmen der KHK
3:08
Angina pectoris – Einteilung und Symptome
3:15
Herzinfarkt – Definition und Zusammenhang im ACS
1:08
Vorschau Notfallmedizin
1:20
Volumentherapie – Grundlagen
2:45
SAMPLE(R)-Schema
1:49
QPRST-Schema
2:13
ABCDE-Schema
4:00
Auffinden einer bewusstlosen Person
5:13
Thoraxkompression
3:59
Anwendung des Guedel-Tubus
1:27
Maskenbeatmung
5:10
Intubation
6:51
Intubation – Kurzvideo
1:38
PEEP
2:28
Medikamente der Reanimation
2:21
Reanimation im Detail
16:28
Reanimation bei initialem VT/pVT
4:10
EKG – Grundlagen Teil 1
6:26
EKG – Grundlagen Teil 2
5:30
EKG – Die Ableitungen
5:57
Befunde EKG – Allgemein
3:03
AV-Block °I
1:17
AV-Block °II
1:42
AV-Block °III
1:18

Die Notfallmedizin umfasst einen großen Bereich der präklinischen Versorgung.

Neben der Diagnostik muss es, wie auch im klinischen Bereich, feste Abläufe geben, um möglichst schnell Entscheidungen für eine passende Therapie fällen zu können.

In der ersten Videoreihe über Notfallmedizin befassen wir uns vor allem mit den Grundlagen der Anamneseerhebung und Reanimation. Neben vielen anderen Themen findet ihr folgende Videos:

ABCDE-Schema:
Das Primary Assessment, oder auch ABCDE-Schema, ist ähnlich einer Prioritätenliste aufgebaut. Es dient der Untersuchung von Notfallpatienten.
ABCDE steht für:
A - Airway (Atemwege)
B - Breathing (Beatmung)
C - Circulation (Kreislauf)
D - Disability (neurologische Defizite)
E - Exposure/Environment (Exploration)

SAMPLE(R)-Schema:
Mit Hilfe des SAMPLE(R)-Schemas erlangt man relativ schnell und systematisch einen Überblick zur Notfallanamnese.
SAMPLER steht für:

Symptoms (Symptome)
Allergies (Allergien)
Medication (Medikamente)
Past Medical History (medizinische Vorgeschichte)
Last Oral Intake (letzte Nahrungsaufnahme)
Events Prior to Incident (Ereignisse)
Risk Factors (Risikofaktoren)

QPRST-Schema:
Eine genauere Einordnung der Symptome erfolgt mit dem QPRST-Schema. Hiermit kann der Schmerz genauer definiert werden.
QPRST steht für:

Onset (Beginn der Beschwerden)
Provocation/Palliation (Lassen sich die Beschwerden provozieren?)
Quality (Qualität)
Radiation (Ausstrahlung)
Severity (Stärke)
Time (Änderung im zeitlichen Verlauf)

Auffinden einer bewusstlosen Person:
Um zu differenzieren, ob eine gefundene Person vielleicht nur tief schläft, begibt sich der  Helfer auf die Höhe des Patienten. Wie im Video dargestellt, sitzt der Helfer in der Hocke am Kopf des Patienten. Dieser wird laut und deutlich angesprochen und gerüttelt. Der gezeigte Schmerzreiz wird in Erste-Hilfe-Kursen nicht mehr gelehrt und ist nur für erfahrene Helfer gedacht. Als hierauf auch keine Reaktion zu sehen ist, gibt es nur zwei Möglichkeiten: Bewusstlosigkeit mit oder ohne einer suffizienten Atmung. Um dies zu überprüfen, werden situationsgerecht die Atemwege frei gemacht und kontrolliert. Dies kann durch Überstrecken des Kopfes oder durch den Esmarch-Griff (Anheben des Unterkiefers) erfolgen. Der Mundraum wird vorsichtig mit dem sogenannten Kreuzgriff geöffnet und auf Fremdkörper geprüft. Dabei auf keinen Fall die Finger in den Mund des Patienten stecken. Der Helfer senkt seinen Kopf mit Blick zum Brustkorb des Patienten und versucht innerhalb von 10 Sekunden eine normale Atmung auszumachen. Dabei SIEHT er Atembewegungen des Brustkorbs, HÖRT Atemgeräusche aus Mund/Nase und FÜHLT die Exspiration an seinem Ohr, aber auch dank der Thoraxbewegung mit seiner Hand. Bei Vorliegen einer normalen Atmung wird der Patient dann in die stabile Seitenlage gebracht. Fehlt die Atmung, wird umgehend die Reanimation eingeleitet.

Thoraxkompressionen:
Was doch sehr martialisch aussieht, ist die in der heutigen Zeit einzige Möglichkeit, Menschen aus einem Herzkreislaufstillstand wieder ins Leben zurückzuholen. Das Herz schlägt nicht mehr, so dass manuell dessen Funktion von außen übernommen werden muss. Dies zeigt die Wichtigkeit der korrekten und konsequenten Ausführung der Thoraxkompressionen: Drückt der Helfer nicht, schlägt das Herz des Patienten nicht! Der Helfer platziert seine Handballen übereinander auf der Mitte des unteren Drittels des Sternums. Die Arme werden senkrecht und gerade gehalten; es wird aus der Hüfte die Bewegung ausgeführt. Wichtig ist eine Drucktiefe von 5 cm. Dabei darauf achten, dass nach jeder Kompression der Thorax völlig entlastet wird, damit frisches Blut in das gerade eben ausgepresste Herz nachströmen kann. Die Frequenz der Kompressionen soll 100-120 pro Minute betragen, also bis zu 2 pro Sekunde. Keine erweiterte Maßnahme darf zu einer unnötigen und verlängerten Pause der Kompressionen führen!

Maskenbeatmung:
Die Beatmung mit Beutel und Maske erfordert Übung. Wichtig ist eine korrekte Lagerung des Kopfes, d. h. überstreckt und dabei am besten fixiert, wie im Video zu sehen, zwischen den Knien des Helfers. Die Maske muss Nase und Mund bedecken und richtig abdichten, um ein Vorbeiströmen der Luft zu verhindern. Am besten wird die Maske von oben nach unten aufgesetzt, also erst die Nase, dann den Mund bedecken. Mit der einen Hand wird die Maske mit dem gezeigten C-Griff fest fixiert, die andere Hand drückt den Beatmungsbeutel aus. Sollte dennoch Luft an der Maske vorbeiströmen, kann es hilfreich sein, wenn ein zweiter Helfer nur die Maske mit beiden Händen fixiert und andrückt. Dabei das korrekte Beatmungsvolumen von ungefähr 500 ml pro Beatmung bei Erwachsenen einhalten. Darauf achten, dass das Volumen nicht mit zu viel Druck abgegeben wird, um eine versehentliche Magenbeatmung und -überblähung zu verhindern.

Intubation:
Die Intubation ist die endgültige und invasive Atemwegssicherung und Beatmung über einen in die Trachea eingeführten Plastikschlauch, den Tubus. Von diesem gibt es verschiedene Typen, Größen und Hersteller; der klassische Endotrachealtubus wird im Video gezeigt. Zu den benötigten Hilfsmitteln gehören: Tubus in passender Größe, Führungsstab, Gleitmittel, Fixierungsmaterial, Guedel-Tubus, Laryngoskop mit passendem Spatel, Beatmungsbeutel und -maske, Stethoskop, Kapnometrie und vor allem viel Übung und Erfahrung. Dies ist eine sichere, aber auch fehleranfällige Methode, die Atemwege zu sichern. Da ein Gegenstand in die Luftröhre geführt wird, ist besonders auf Sauberkeit zu achten, um Komplikationen wie Pneumonien im Nachhinein zu vermeiden.

Hier geht es zum ersten Video dieser Reihe.

Skripte, Audio (Stream & Download)
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